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Bärlauch sammeln und leckeres Pesto zubereiten

 

Hallo ihr Lieben...heute zeige ich euch unsere Bärlauchsammeloase und wie ich Bärlauchpesto zubereitet habe...

Bärlauch ist einfach klasse. Deshalb bin ich froh, vor zwei Jahren einen wirklich idyllischen Platz ausfindig gemacht zu haben. Es wuchert dort herrlich viel Bärlauch und man könnte stundenlang sammeln.

Der Bärlauch nimmt sicher keinen Schaden vom Sammeln, weil er dort in richtig großen Feldern wächst und sich üppig vermehrt. Aber seht selbst.

Wahre Teppiche von Bärlauch.

Mittendrin ein schönes Brünnele.

Üppiger geht es doch wohl kaum.

Soweit das Auge reicht - Bärlauch.

Der Wahnsinn, wie ich finde.

Über allem ein feiner Bärlauchgeruch.

Solltet ihr Lust bekommen haben, noch Bärlauch zu sammeln, dann macht euch zuerst im Internet schlau wegen den Verwechslungsgefahren. Bärlauch wird wohl gerne mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlose verwechselt.

Eigentlich ist mir das fast ein Rätsel. Denn Bärlauch wächst als einzelnes Blatt an einem langen Stiel aus einer Ansammlung mehrerer Blätter heraus. Beim Abknicken hört man ein Knacken. Bei Herbstzeitlose und Maiglöckchen nicht, da sich der Stiel hier gummiartig verbiegt. Schon mal ein unverkennbares Anzeichen.

Bei Maiglöckchen wachsen zwei Blätter oben heraus. Auch eindeutig zu erkennen. Die Herbstzeitlose bildet mehrere Blätter um einen Stiel. Schaut euch mal Bilder dazu an. Also ich kann mir nur vorstellen, dass man die Blätter mitnimmt, wenn man den Bärlauch in Büscheln abreisst und sich dazwischen andere Arten befinden. Genau das soll man aber nicht machen.

So geht's richtig

Man pflückt aus jeder Ansammlung jeweils nur zwei bis drei Blätter. Diese aber immer einzeln. Dann sammelt man an einer neuen Ansammlung und lässt die restlichen wegen der Vermehrung stehen.

Fährt man mit der Hand am Stiel entlang nach unten, so kann man diesen einfach abknicken. Durch die langen Stiele ergibt sich ein schöner Bund, den man gut halten kann.

Selbst zuhause beim Bärlauch waschen, würde man doch ein andersartiges Blatt erkennen. Vorausgesetzt man wäscht wirklich jedes Blatt sorgfältig und natürlich einzeln. Einfach nur in eine Schüssel kippen und miteinander verschreddern könnte böse enden. Und das will man ja sicher vermeiden. Also hilft hier nur Geduld und Ausdauer.

Das ist die Menge die ich am Karfreitag gesammelt habe.

Jedes Blättle liebevoll gewaschen 🙂

Zum Abtropfen ausgelegt...

Nochmal ganz begeistert die Ernte begutachtet.

Dann habe ich mir intensiv die Berichte wegen des Fuchsbandwurmes angeschaut. Die Eier sind wohl mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Aber bei 60-70°C werden sie sofort abgetötet. Nun dachte ich mir - okay, jetzt probierst einfach mal eine eigene Methode, um den Bärlauch fuchsbandwurmfrei aber immer noch mit intensivem Geschmack zu genießen.

Riskant war es schon, weil ich mir nicht sicher war ob am Ende doch noch der Geschmack leiden könnte. Aber ich habe es dann einfach getan.

Immer 110 g Bärlauch in eine große Schüssel gelegt und mit 80° C heißem Wasser übergossen. Dies habe ich drei Minuten ziehen lassen, abgegossen und nach kurzem Abkühlen ausgedrückt und kleingeschnitten. Insgesamt viermal wiederholt bei 450 g Bärlauch.

Ich höre schon die Naturburschen aufschreien.

Ja und ich verstehe das auch. Ich habe ja selbst etwas gehadert mit mir. Aber wenn man Bärlauch im Risotto kocht, Frikadellen brät oder Suppe macht, dann werden die guten Inhaltstoffe ja genauso strapaziert. Insofern habe ich ja nichts anderes getan. Nur eine Zubereitungsart erfunden, bei der eben auch das Pesto "sicher" genossen werden kann.

So gibt es auch für die Menschen, die bisher wegen dem Fuchsbandwurm auf das leckere Bärlauchpesto verzichtet haben, einen unbeschwerten Genuss.

Wer den Bärlauch nicht behandeln will kann ihn ja nach dem Waschen direkt verwenden.

Bärlauch sammeln und leckeres Pesto zubereiten

Für ca. 7 Gläser à ca. 240 g Inhalt

Zutaten:

450 g Bärlauch
750 ml gutes Bio-Olivenöl kaltgeresst, nativ extra
3 Tl. Salz
etwas Pfeffer aus der Mühle
4 Tl. Zitronensaft
120 g gemahlene Mandeln
120 g gemahlene Sonnenblumenkerne
200 g geriebener Parmesan

Zubereitung:

Bärlauchblätter einzeln gut abwaschen und abtropfen lassen. Entweder wie oben beschrieben vorbehandeln oder direkt verwenden. Der Bärlauch wird mit den Stielen kleingeschnitten.

Die Hälfte des behandelten Bärlauchs in den Thermomix oder anderen guten Hochleistungsmixer geben. Die Hälfte vom Olivenöl zugeben und bei Stufe 8 / 25 Sekunden zerschreddern. Wird der Bärlauch direkt verwendet reichen ein paar wenige Sekunden aus.

Anschließend 1 1/2 Tl. Salz, etwas Pfeffer aus der Mühle, 2 Tl. Zitronensaft, 60 g Mandeln und Sonnenblumenkerne untermischen. Zum Schluss 100 g Parmesan unterrühren und in heiß ausgespülte Gläser füllen. Mit ausgekochten Deckeln sofort verschließen.

Mit der zweiten Hälfte genauso verfahren. Die verschlossenen Gläser werden im Kühlschrank gelagert. Ich gehe davon aus, dass das Pesto 3-4 Wochen haltbar ist, falls es die Wochen übersteht.

Immerhin ist schließlich jetzt die Zeit um reichlich Bärlauchpesto zu genießen 😉

Apropos Genuss! Wir finden, dass das Bärlauchpesto durch das Vorbehandeln des Bärlauches absolut keinen Geschmacksverlust erlitten hat.

Viel Spaß beim Ausprobieren.

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